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Tyr
Tyr
Beschreibung
Titel
  • Der Einhändige
  • Der Verstümmelte Gott
  • Der Gerechte Gott
  • Der Grimmige
  • Der Blinde Meister
Einflußsphäre

Gerechtigkeit

Art

Tote Gottheit
früher: Höhere Gottheit

Heimatebene

Keine
früher: Das Haus der Triade
davor: Die Sieben Himmel, Gladsheim, Celestia in Lunia (Dem Hof), Pforten des Mondes in Asgard

Gesinnung

RG Rechtschaffen Gut

Symbol

TyrSymbol

Tyr, der Einhändige, der Verstümmelte Gott, der Gerechte Gott, der Grimmige, der Blinde Meister, war der Gott der Gerechtigkeit.

AllgemeinesBearbeiten

Vor jedem Strafprozess der zivilisierten Länder flüstern gutherzige Magistraten Gebete an Tyr, den Einhändigen, und bitten ihn ihr Urteil mit Mäßigung und Entschlossenheit zu leiten. Als ein utopischer, eingedrungener Gott, der vor langer Zeit nach Toril kam aus einem fremden Kosmos, sieht sich Tyr selbst als eine Vaterfigur, welche eine perfekte Gesellschaft unter den Leuten von Faerûn aufbaut, die er eigensinnig als seine Kinder betrachtet. Die Qual des Wissens, dass seine sterblichen Schützlinge nicht hoffen können eine fehlerfreie, völlig gerecht geordnete Existenz zu führen und zu beschützen, färbt Tyrs Philosophie mit einer unterschwelligen, resignierten Trauer. Religiöse Ikonographien beschreiben Tyr als einen gealterten, einhändigen Krieger, oft mit einer blutigen Bandage, welche seine verwundeten Augen bedeckt. Der so genannte Verstümmelte Gott verlor seine rechte Hand im Kampf mit der gefräßigen Wesenheit, welche als Kezef der Chaoshund bekannt ist. Tyrs Blindheit geht auf die Zeit der Sorgen zurück, als Ao selbst seine Augen reinigte, da Tyr versagt hatte den Diebstahl der Tafeln des Schicksals zu bemerken und damit erlaubte Unfrieden zwischen den Göttern Torils zu entflammen. Seine Anhänger haben Tyrs Wunden als ein Sinnbild für die Blindheit von Gerechtigkeit verstanden und den Preis, den der wahrlich Gerechte zahlen muss auf dem Pfad zur Rechtschaffenheit und zu der strengen Verteidigung des Gesetzes. Besonders radikale Tyrraner Sekten befürworten Selbstverstümmelung unter ihren Anhängern - eine Praxis, welche von der großen Mehrheit der Gläubigen verdammt wird, die nichtsdestotrotz ritualistische Verbände über ihre Augen hüllen und farblose Handschuhe über ihre rechte Hand stülpen, um den Blinden Oberherr zu ehren.

KircheBearbeiten

Das gemeine Volk sieht Tyr und seine Kleriker als strenge Gebieter der Gerechtigkeit an und erkennen häufig nicht die väterliche, philosophische Nuance der Doktrinen von Tyr, sondern nur seine offensichtlichen Schwarz-und-Weiß Lehren von der Natur der Moral. Sie tendieren dazu, Tyr als eine göttliche Konstante zu sehen - sie wissen, dass Tyr Fairness, gutes Urteilsvermögen und Güte gegenüber den Unschuldigen von seinen Anhängern erwartet und schenken daher Tyrs Klerikern viel Vertrauen.

Kleriker des Tyr beten um ihre Zauber zu Sonnenaufgang. Zusätzlich zu zahlreichen, geringeren Feiertagen folgt die Priesterschaft von Tyr einer strikten Führung von monatlichen Hochritualen. Am Ersten jedes Monats feiern Tyrraner das "Erkennen der Gerechtigkeit", bei dem besondere, gesungene Gebete die Erscheinung eines weiß-glühenden Streithammers heraufbeschwören, welcher vor Hitze und Licht scheint. Der dreizehnte Tag bringt die Feierlichkeiten der "Verstümmelung", bei der die Versammlung eine laute, anschwellende Hymne singt, während eine illusorische, behandschuhte Hand, welche umgeben ist von einem Nimbus brennenden Blutes, über ihnen erscheint. Ein ähnliches Ritual, welches das "Blenden" genannt wird, findet am zweiundzwanzigsten Tag jedes Monats statt und beinhaltet eine Erscheinung von brennenden, weinenden Augen. Tyrs Kleriker gehen häufig Klassenkombinationen mit Paladin ein.

Der Glaube an Tyr spricht jene an, welche danach streben den Ordnungswidrigen Ordnung zu bringen, die Bösen zu strafen und sicherzustellen, dass die Zivilisation durch ein sorgfältiges, angemessenes System der Gerechtigkeit floriert. Sie folgen einer Glaubenslehre von Gerechtigkeit durch mildtätige Gewalt und bewaffnete Wachsamkeit, eine Philosophie, die den Glauben sehr attraktiv für Paladine und rechtschaffene Kämpfer macht. Die meisten Anhänger kämpfen jedoch nicht auf dem Feld, sondern sehen die ihnen wichtigen Schlachten in den Gerichtshöfen als Bürokraten, Richter, Gerichtsdiener und Händler. Tyrraner tendieren dazu alle Angelegenheiten in eindeutigen Moralrahmen zu sehen und bevorzugen es, die Welt von angemessenen Gesetzen, welche allen den größten Nutzen bringen, geordnet zu sehen. Dabei tendieren sie zu Intoleranz, manchmal sogar gewaltsamer Art, und selten tolerieren sie Spott, Hohn oder Hinterfragen ihres Glaubens.

Kleriker von Tyr bringen Gesetze zu den gesetzlosen Ländern und dienen dabei oft als Richter, Jury und Scharfrichter. Ohne die kultivierten, legalen Gesetzbücher, mit denen sie ihre Urteile leiten, greifen sie oft auf "Auge um Auge, Zahn um Zahn" zurück. Dabei ziehen es jedoch Tyrraner vor, sich zu Gunsten der Gnade zu irren und häufig schwächen sie ein ansonsten harsches Urteil für Fälle, in denen der Straftäter sich keiner Schuld bewusst gewesen war. Solche Verbrecher finden ihren Namen normalerweise verzeichnet in dem "Buch der Gesetzgebung" eines solchen Klerikers, welches dann mit dem nächsten Tempel geteilt wird, um den Täter davon abzuhalten die gleiche Missetat zu wiederholen und leicht davonzukommen. Mächtige Kleriker wenden oft das "Zeichen der Gerechtigkeit" an, um einen magischen Zwang hinzuzufügen bei ihren strengen Lektionen für verurteilte Verbrecher.

In den zivilisierten Ländern tendieren Tyrraner (welche unvermeidlich von ihren Gegnern als "Tyrannen" bezeichnet werden) dazu, Rechtsexperten zu werden, sowie Herrscher, Richter oder mächtige Händler in den Feinheiten des Gesetzes zu beraten und Fälle zu verhandeln vor Magistraten. Bei letzterem sehen sie die Gelder als eine Spende an und geben ihre (manchmal großzügigen) "Sprachgelder" der Kirche. Ungeachtet ihrer Abstammung bestärken Tyrraner niemals ein Gesetz, welches als unangemessen bewiesen werden kann - wie es von der Kirche aus der Einhaltung der Prinzipien definiert wird und wie es Definitionen von anderen Gesetzen im Kern der legalen Glaubenslehre besagen. Dies zwingt Tyrraner manchmal dazu sehr unangemessene Gesetze zu unterstützen, welche nichtsdestotrotz gerecht sind. In vielen solcher Fälle versuchen die Tyrraner die Gesetze von innen heraus zu verändern. Jene, welche selbst diese unangemessenen Gesetze brechen als eine Form des Widerstands oder politischem Protest, sind dennoch schuldig in ihren Augen und verdienen es im vollen Umfang, wie es das Gesetz erlaubt, bestraft zu werden.

In einigen Fällen agieren die Anhänger von Tyr als Agenten der Vergeltung für jene, welche betrogen wurden und es sich nicht leisten können es selbst zu erledigen oder nicht länger am Leben sind, um sich zu verteidigen. In solchen Fällen, wenn das Gesetz so niedergebrochen wurde, dass es bedeutungslos wird, fordern die Kleriker von Tyr offen die bösen oder korrupten Mächte heraus und opfern sich selbst auf, wenn es nötig sein sollte. Die eng verknüpfte, sehr organisierte Kirche von Tyr unterstützt ein teures System von befestigten Tempeln in ganz Faerûn. Jede hat eine strenge Samlung von internen Regeln, welche bekannt sind als die "Zahllosen Edikte", die mit jedem Jahr genauer und eingrenzender werden. Derzeit hat die sich erstreckende "Feste der Gläubigen" in Tethyr (dem Süden von Zazesspur) die einflussreichste Position in der Kirche, da viele Gläubigen während des kürzlichen Bürgerkrieges dort an diesen Ort strömten, und haben sich niedergelassen, um die Stabilität der Region sicherzustellen. Das massive "Haus von Tyrs Hand" in Thesk repräsentiert eine ruhigere, traditionellere Sekte der Kirche und beherbergt die "Gerechten Ritter" - Kleriker, Kämpfer und Paladine, welche von dem Verstümmelten Gott in zahlreichen Schlachten gegen ihre aggressiven Nachbarn in Tay geschätzt wurden. Die eigenständigen Tempel von Tyr bieten Unterkunft, frische Reittiere, Heilung, zauberischen Beistand, Waffen, Ausrüstung und heiligen Ratschlag, sowie die Beichte der Sünden, welche eine wichtige Rolle spielt in der Einhaltung des Glaubens.

Geschichte und BeziehungenBearbeiten

Tyr kam nach Toril im Jahre -247 DR bei einem Ereignis, welches bekannt ist als der "Einzug von Gerechtigkeit". Nachdem er aus einem Tor nahe des heutigen Alaghon bei Turmish hervorbrach, führte er eine Macht von 200 Archonen über die Vilhonweite, in der Bemühung die Überreste des uralten Jhaamdath zu befrieden, welches der Gesetzlosigkeit und dem Räubertum anheim gefallen war, woraufhin die Zerstörung des Reiches von der Hand seiner elfischen Feinde folgte. In dem anschließenden Kampf erschlug Tyrs Wirt Valigan Drittgeboren, eine geringere Gottheit der Anarchie, welche im Jahre -269 DR direkt bei dem Aufstieg des blutrünstigen Exarchen Thelasand IV, der wiederum den Herrscher zu noch größeren Konflikten mit den Elfen angespornt hatte, eingewirkt hatte. Tyrs Handlungen und Opfer während dem Einzug (der bis -238 DR andauerte) erregten die Aufmerksamkeit des zuvor noch unbekannten Ilmater, welcher mit Tyr im Jahre -243 DR seine Kräfte vereinte. Jahre später, lange nachdem der Einzug mit der Verbannung oder Tötung von Tyrs Dienern geendet hatte und der Gott selbst Interesse an Toril im Ganzen entwickelt hatte, stieß Torm zu dem Gerechten Gott als Kriegsfürst, bei der Ausweitung dessen anfänglicher, hochgesetzter Kampagne. Zusammen mit Ilmater wurden die Götter als die Triade bekannt, wie sie auch heute noch genannt werden. In den über 1.600 Jahren seit seiner Ankunft hat Tyr seine Herrschaft über ganz Faerûn ausgeweitet - wenige sind derer, welche nicht seinen Namen oder die enthusiastischen Ideale, welche er repräsentiert, kennen. Sein ist die zivilisierende Stimme, welche den Aufbau von Moral und legalen Richtlinien fordert und die Einführung von angemessener Gerechtigkeit für intelligente Geschöpfe jeden Landes. In diesem Belang ist er sowohl progressiv, wie auch regressiv und verkörpert eine Macht der kulturellen Entwicklung in den Ländern mit korrupten oder nicht legalen Systemen, sowie eine eiserne Verteidigung des Status Quo in Nationen mit gut etablierten Gesetzbüchern. Trotz Tyrs relativ kurzer Zeit auf Toril hat er sich viele Feinde gemacht. Er bekämpft erbittert die Götter welche sich der Tyrannei, dem Bösen oder der Gesetzlosigkeit verschrieben haben und hegt besondere Feindschaft gegenüber Tyrannos, Cyric, Maske, Talona und Talos.

DogmaBearbeiten

Enthülle die Wahrheit, bestrafe die Schuldigen, richte das Unrecht und sei immer wahrhaftig und gerecht in deinen Handlungen. Erhalte die Gesetze, wo auch immer du hingehst und bestrafe jene, welche Unrecht im Angesicht des Gesetzes begehen. Behalte ein Auge auf deine eigenen Entscheidungen, Taten und Überlegungen, denn dadurch können deine eigenen Fehler korrigiert werden, dein Verständnis der Gesetze aller Lande wird erblühen und deine Fähigkeit Gesetzesbrüche zu erkennen wird sich verschärfen. Sei wachsam in deinen Beobachtungen und blicke voraus, damit du jene, welche Unrecht planen, aufspüren mögest, bevor sie ihre Handlungen, die das Gesetz und die Ordnung bedrohen, durchführen können. Verteile Vergeltung an die Schuldigen für jene, welche es nicht selbst zu tun vermögen.

TodBearbeiten

Zu einem Zeitpunkt innerhalb der Jahre von 1385 TZ bis 1749 TZ wurde Tyr im Versuch eine dämonische Invasion an die Oberfläche aufzuhalten getötet.

QuellenBearbeiten

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